Cd-Besprechung
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Vier Jahre hat es gedauert, bevor Die Happy nunmehr einen Nachfolger für ihr 2010er Album „Red Box“ vorlegen können. In der Zwischenzeit ist bei der Band aus Fulda so einiges passiert. Inbesondere zwei Ereignisse sind dabei wohl besonders herausragend: Zum Einen ist Sängerin Marta Jandová Mutter geworden – ein unzweifelhaft einschneidendes Ereignis im Leben eines Menschen, auf den auch der Albumtitel „Everlove“ zurückzuführen ist.
Das andere Ereignis ist Martas Tätigkeit als Jurymitglied in der 9. Popstars-Staffel „Girlsforever“, aus der die Band LaVive hervorging. Ein Job, der einerseits den Bandnamen sicherlich ein wenig bekannter gemacht haben dürfte, der aber insbesondere den Die Happy-Fans sauer aufstieß, da der ganze Popstars-Zirkus eigentlich so ziemlich das genaue Gegenteil von dem war, wofür die Band bis dahin stand. Auch wenn Marta damals versicherte, dass sie ihre Funktion als Jurymitglied strikt von der Band trennen würde und diese unter ihrer Nebentätigkeit nicht zu leiden hätte, hat Marta (und damit eben auch die Band) hierdurch in meinen Augen aber schon ein wenig Glaubwürdigkeit eingebüßt – zumal „Red Box“, das während der damals laufenden Popstars-Staffel veröffentlicht wurde, bei mir auch alles andere als einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte.
Bedauerlicherweise gilt diese Aussage auch für „Everlove“. Die Band, die mich einst mit Alben wie „Bitter To better“ und „No Nuts No Glory“ bzw Hits wie „The Ordinary Song“, „Wanna Be Your Gilr“ oder „Big Big Trouble“ zu begeistern wusste, schwächelt plötzlich merklich und ist austauschbar geworden. Das heißt nicht, dass „Everlove“ von vorne bis hinten unhörbar geworden ist, aber es überwiegt die Tristesse und das Album bleibt von einigen wenigen Augenblicken abgesehen nichtssagend. „Everlove“ wirkt auf mich ein wenig wie ein in die Jahre gekommener Spitzensportler, der Jahre nach seinem Rücktrittk mit etlichen Kilos mehr auf den Hüften noch einmal ein Comeback wagt und der nun davon ausgeht, dass sein durch jahrelangen Chip-s, Bier- und Fernsehenkonsum außer Form geratener Körper noch immer so leistungsfähig ist wie einst zu seinen besten Zeiten.
Vielleicht sind Die Happy einfach nur erwachsen geworden, vielleicht auch einfach nur bequem. Im Ergebnis ändert es nichts, „Everlove“ ist weichgespülte Beschallung, die mit dem rotzig-rockigen Auftritt vergangener Tage nichts mehr gemein hat. Einzig „Winner At War“ und „Run Away“ ragen ein wenig heraus, der Rest ist ein trauriger Offenbarungseid für diese einstmals gute Band.
8 Punkte (von max. 15)
Jürgen , 27.02.2014
TRACKLIST
1. Miracle Rising
2. Everlove
3. I Could Be Happy
4. Hypnotized
5. Hang On
6. Unlimited Love
7. Run Away (***)
8. Too Fast
9. Time Is A Healer
10. Winner At War (***)
11. With Or Without You
12. Surrender
13. Empty
[ *** Anspieltipps ]
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