Konzertbericht

Millencolin - Friends Til' The End

Millencolin

Veara, AndiOliPhilipp

Friends Til' The End

Hamburg, Grünspan
25.04.2011

Vor zehn Jahren erschien eine Platte, die mir und vielen anderen Teenagern für eine Zeit lang eine Menge bedeutete. Man konnte dazu auf der Gitarre dilettieren, man konnte dazu Skaten und sogar die Mädchen mochten die Platte, wenn man sie ihnen vorspielte. Mit großartigen Melodien, unbekümmerter Energie und herrlicher Sommerstimmung. Das Album hieß "Pennybridge Pioneers", stammte aus der Feder der großartigen Schweden von Millencolin und wird dieser Tage in Form einer Jubiläumstour gefeiert. In Hamburg wurde im rappelvollen Grünspan Halt gemacht.

AndiOliPhilipp, die erste Band des Abends, waren wohl die einzigen, die den Wettergott verflucht haben dürften. Viele Leute genossen anfangs lieber noch eine Weile die Abendsonne, bei Kioskbier und Zigaretten. Veara zogen dann doch ein paar mehr Leute in den schon recht aufgeheizten Saal und erledigten ihren Job als Vorband solide, nicht mehr und nicht weniger. Eher unspannende Songs wurden durch um so größere Spielfreude ausgeglichen. Nach Zugaben rief niemand, alle wollten nach so langer Zeit endlich die vier Schweden auf der Bühne sehen.

Dass sie mit "No Cigar" fulminant ihr Set eröffneten, war nicht unbedingt überraschend, war es doch seither ein Song, der für einen stürmischen Anfang wie geschaffen ist. Die Temperaturen stiegen, der Pit kam langsam in Gange, und angenehmerweise gab es im Publikum nur wenige Testosteronschleudern, die die Party mit heftigem Um-Sich-Schlagen störten. Die Fans altern mit der Band. Und das ist gut so, solange alle Beteiligten noch Bock auf das anarchische Flair eines Punkkonzerts haben. Spätestens beim folgenden "Fox" war klar, sie würden "Pennybridge Pioneers" am Stück durchspielen und sich somit in die Rolle des Crowdpleasers begeben. Niemand hatte ein Problem damit, der schwitzende Mob honorierte Klassiker wie "Penguins & Polarbears" oder "Stop To Think" mit durchgehenden Gesängen. Gerade beim abschließenden "The Ballad", das mich mit 14 wegen seiner Schnulzenhaftigkeit schwer genervt hat, bebte die Halle von den mächtigen Chören.
Nach einer kurzen Pause folgten noch zwei Zugabe-Runden, in denen Millencolin mit Evergreens wie "Killercrush", "Bullion" und "Mr.Clean" auch noch die letzten Tanzbeine in Bewegung brachten.

Man kann über den Sinn einer solchen Tour streiten. Die letzten Alben von Millencolin bekamen nicht die selbe Anerkennung wie ihr Frühwerk. Dass beim Konzert allerdings nur 2 Songs aus den letzten 3 Alben gespielt werden, fühlt sich ein wenig so an, als hätten Millencolin die Flinte ins Korn geworfen. Andererseits hatte an diesem Abend jeder, vor allem die Band, eine wunderbare Zeit. Eine Leistung, die man nicht ausschließlich mit Nostalgie erklären kann, sondern vor allem mit den großartigen Songs einer großartigen Band.

Benedikt Ernst28.04.2011

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