Cd-Besprechung

Mercury Rev - Snowflake Midnight

Mercury Rev

Snowflake Midnight

Cooperativ (Universal)
  Vö: 26.09.2008

Bewertung:  7 Punkte
Leserwertung:  15.0 Punkte
Stimmenzahl: 1

Was war das für ein Album: Im Jahr 1998 veröffentlichten Mercury Rev, die Band um Jonathan Donahue und den Flaming Lips-Produzenten Dave Fridmann „Deserter’s Songs", eines der besten Alben der 1990er Jahre, das neben der unglaublichen Brillianz als Gesamtwerk auch mit ein paar Singlehits aufwarten konnte, allen voran „Goddess on a highway“. Zwar wurde es gleich danach ein bisschen ruhiger um die Band, jedoch könnte im Jahr 2001 mit dem Nachfolger „All Is Dream“ immer noch der ein oder andere Blumentopf gewonnen werden. Die Tendenz dahin, wo die Band heute steht, war damals allerdings bereits ansatzweise erkennbar und ein kleines bisschen besorgniserregend. Was folgte, war dann tatsächlich eine Art Abflachen (von Absturz will man dann doch nicht sprechen). „The Secret Migration“ aus dem Jahr 2005 ging zu Recht ein bisschen unter, vom „Hello Blackbird“-Soundtrack weiss man nur aus Wikipedia und nun also, 2008, wird der Weg gleich in zweifacher Hinsicht weitergegangen: Neben dem neuen regulären Album „Snowflake Midnight“ erscheint gratis auf der Homepage der Band „Strange Attractor“.

„Snowflake Midnight“ also ist irgendwie immer noch ein bisschen Pop, die Stimme Jonathan Donahues berührt immer noch, aber die Musik ist vollkommen „outer space“. Elekronisch, dancig/trancig teilweise, mit vier Viertel Beats unterlegt teilweise, und Melodien, die partout nicht im Ohr hängen bleiben wollen. „Strange Attractor“ macht die Sache noch schlimmer, für dieses Gratis-Album gilt nämlich das oben gesagt, minus den Pop-Appeal und die Stimme: Es handelt sich tatsächlich um ein Instrumental-Werk, auf das die Welt nicht gewartet hat.

Man weiß nicht so Recht, was das alles soll. Man will es jedoch irgendwie auch gar nicht so genau wissen. Was bleibt, ist das Wissen, dass „Deserter’s Songs“ immer ein Album bleiben wird, dass von Zeit zu Zeit den Weg auf den Plattenteller der heimischen Musikanlage finden wird – ein Werk für die Ewigkeit eben. Für Nostalgiker kann „Snowflake Midnight“ an dieser Stelle noch wohlwollend mit 7 Punkten abgespeist werden, die Punktzahl für „Strange Attractor“ war zum Glück nicht gefragt.

7 Punkte (von max. 15)

Daniel Höfelmann19.10.2008

TRACKLIST
1. Snowflake In A Hot World
2. Butterfly's Wing
3. Senses On Fire
4. People Are So Unpredictable (There's No Bliss Like Home)
5. October Sunshine
6. Runaway Raindrop
7. Dream Of A Young Girl As A Flower
8. Faraway From Cars
9. A Squirrel And I (Holding On.....And Then Letting Go)
[ *** Anspieltipps ]

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 [Konzertbericht] Mercury Rev - The Secret Migration - Tour 2005 [Konzertempfehlung] Mercury Rev - The Secret Migration [Cd]

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