Cd-Besprechung
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Transformation abgeschlossen, Dredg sind endgültig zur Popband geworden. Keine irreführenden Suffixe mehr, keine Verklärung der Komplexität früher Tage. Der Produzent von "Chuckles and Mr. Squeezy" heißt Dan The Automator, ein begehrter Mann, der weniger für schwelgerischen Alternativerock bekannt ist als für innovative Rapmusik (Handsome Boy Modeling School, Gorillaz). Zusammen werden sie eine Menge Leute vor den Kopf stoßen.
Schon das krawallige Cover in pink und weiß dürfte alle abschrecken, die bei den sanft-tragischen Klängen von "El Cielo" immer noch feuchte Augen bekommen. Seit "The Pariah, The Parrot, The Delusion" wurden die Gitarren nochmals heruntergefahren und durch dicke Beats ausgetauscht. "Another Tribe" legt mit einem hypnotischen Groove los, der bis zum Ende des Albums nicht mehr gestoppt werden wird. Auch "The Tent" ist ein gutes Beispiel dafür. Es ist eine sehr zurückgelehnte Stimmung, düster zwar, aber zu keinem Zeitpunkt bedrohlich. Oder sonstwie bewegend. Nein, Dredg berühren nicht mehr. Hätten sie tatsächlich noch die Absicht, das ein oder andere Herz schmelzen zu lassen, müsste man ihnen unterstellen, ein billiges Abziehbild ihrer selbst zu sein. Fakt ist aber, dass sie sich schlicht und einfach verändert haben. Und was übrig bleibt, ist blutleerer Synthiepop à la "Sun Goes Down" oder "Somebody Is Laughing", der klingt, als hätten sie nach einer ausufernden Kiffrunde zu viel am Proberaum-Computer gespielt.
Ohne den guten Namen von Dredg würde "Chuckles And Mr. Squeezy" sicherlich unbemerkt in einer Fülle aus besseren Alben verschwinden. Möglicherweise ist es ein neuer Anfang, bei dem die Songs nach diesem holprigen Experiment Stück für Stück besser werden. Denn im Endeffekt sind Dredg einfach zu gut, um wirklich mies zu sein. Auch wenn man es spätestens bei "Where I'll End Up" kaum noch glauben mag - zu sehr schmerzt die Musikantenstadl-Melodie in den Ohren. Ist man ein ausgemachter Freund der Mixtur von HipHop-Beats und Popmelodien, kann man unter Umständen ein Ohr riskieren. Wobei man selbst dann lieber auf das nächste Broken Bells-Album warten sollte.
4 Punkte (von max. 15)
Benedikt Ernst, 04.05.2011
TRACKLIST
1. Another Tribe ***
2. Upon Returning
3. The Tent
4. Somebody Is Laughing
5. Down Without A Fight
6. The Ornament
7. The Thought Of Losing You
8. Kalathat ***
9. Sun Goes Down
10. Where I'll End Up
11. Before It Began
[ *** Anspieltipps ]
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