Cd-Besprechung
Leserwertung: 9.8 Punkte
Stimmenzahl: 4
Wilco goes Indiepop
Wilco waren dereinst die Speerspitze der alt.country Bewegung, die eine Erneuerung des Country versuchte, indem sie ihn mit Rock, Punk und Pop mischte. Aber bereits ihr letztes Album „Summer Teeth“ ließ viele Fans entsetzt aufschreien, war es doch an den Beach Boys orientierter Pop. Schlecht für Puristen, aber gut für alle übrigen Musikfans. Auf „Yankee Hotel Foxtrott“, dem neuen Album der Band um Sänger und Songschreiber Jeff Tweedy, orientieren sie sich nun am Indiepop Placementscher Prägung.
Der Opener „I am trying to break you heart” beginnt mit Klaviergeklimper und unbestimmtem Spiel der Band dazu. Irgendwann setzt Tweedy ein, dann poltert das Schlagzeug dazwischen und irgendwann endet alles in unzusammenhängendem Krach. Ich nenne das immer abschätzig Indiegeschrammel.
Das folgende Stück namens „Kamera“ dagegen ist dann ein kompletter Gegensatz. Beschwingter, entspannter und sonniger Pop. Mit Handclaps und was man sonst noch so zum Wohlfühlen braucht. Mit dem nächsten Song „Radio Cure“ gibt es wieder den Bruch: Tweedys gepresster Gesang wird von unheilschwangeren Trommeln begleitet.
Weiter geht’s mit dem super eingängigen „War on War“. Typisch für diese Platte, dass ein ernstes Thema in eine gute Laune Melodie verpackt wird. Mit „Jesus, etc.“ begeben sie sich zurück zu ihren Folkwurzeln . Einer der Höhepunkte ist „I’m the man who loves you“: groovy Melodie und quängelnde Gitarren erinnern an Cake.
Abgeschlossen wird das Album schließlich von der wunderbaren Ballade „Reservations“. Tweedy singt zärtlich, begleitet nur von Klavier, Schlagzeug und bedrohlich wirkender Elektronik. Schade eigentlich, dass so ein Lied in dreiminütigem substanzlosem Rumgeplänkel endet.
Ihr merkt schon, dieses Album besteht auf der einen Seite aus wunderbaren herrlich luftigen und harmonischen Sommerpopsongs und auf der anderen Seite aus Balladen mit ein bisserl viel elektronischem Gefiepe. Diese völlig überflüssigen, weil nicht songdienliche Elektronikgimmicks hätten nicht sein müssen!
Aber dennoch ist „Yankee Hotel Foxtrott“ Indiepop at its Best, mit anspruchsvollen Texten und herrlichen Songs.
13 Punkte (von max. 15)
Sven Rindfleisch, 30.05.2002
TRACKLIST
1. I am trying to break your heart
2. Kamera ***
3. Radio cure
4. War on war
5. Jesus, etc. ***
6. Ashes of American flags
7. Heavy metal drummer
8. I'm the man who loves you ***
9. Pot kettle black
10. Poor places
11. Reservations ***
[ *** Anspieltipps ]
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