Cd-Besprechung
Leserwertung: 8.8 Punkte
Stimmenzahl: 25
Das Myspace-Phänomen und kein Ende in Sicht. Mittlerweile zur globalen Werbe- und Kuppelbörse verkommen, leistet das Portal aber zumindestens in Richtung Musik und deren Vermarktung noch Einiges. Beispiel: Mithilfe der zahlreichen Clicks auf ihre ersten Songs überhaupt konnten War From A Harlots Mouth ein Label sowie deren Vermarktung des Debuts über die Grenzen Europas hinaus bis in die USA ergattern. Ausgedehnte Tourneen mit Cephalic Carnage, Dying Fetus oder The Red Chord haben natürlich auch zu diesem raschen Erfolg beigetragen, was in wechselseitiger Bedingung aber ebenso deutlich macht, welchen Stellenwert die Idee von Myspace für den Musikmarkt tatsächlich hat. Denn Hand aufs Herz: Auf herkömmlichen Weg hätte es das junge Quintett aus Berlin mit ihrer bösartigen Mixtur aus total verspultem Math/Grindcore, Metal und gelegentlichen Jazzeinlagen wahrscheinlich deutlich schwerer gehabt einen solch großen Deal landen zu können.
Denn: "Transmetropolitan" will es niemandem leicht und recht machen, demonstriert zwar regelmäßig den primären Background Hardcore, den man mit seltenen, aber gut platzierten Gangshouts und derben Breakdowns stilsicher zelebriert, verlangt aber vom Hörer eine ungemeine Toleranz gegenüber abseitigen Musikströmungen der extremsten Sorte ab.
Im Gegensatz zu ähnlich agierenden Kapellen meinen es War From A Harlots Mouth verdammt ernst und verzichten fast gänzlich auf Melodie oder irgendwelche Singalong-Refrains und entgehen damit klar sämtlichen Vorwürfen der Trendanbiederung oder des kommerziellen Ausverkaufs des Hardcores. Als Hörer poltert und kullert man dementsprechend ziellos in endlos vielen Takten, durch zahlreiche Breaks geschüttelt und messerscharfe Riffs zersägt durch elf technisch hochwertige Tracks und fragt sich am Ende, warum man sich solch einer Disharmonie aussetzen muss, während man bereits grinsend seine Karte für einen erneuten Durchlauf gezogen hat.
Die authentisch klingende Produktion, die stimmliche Vielfalt und charmante Songtitel wie "Heeey...Let´s start a Band!" leisten dabei ihr Übriges, "Transmetropolitan" zu einer durchgehend lohnenden, wenn auch sehr fordernden Anschaffung zu machen.
10 Punkte (von max. 15)
TRACKLIST
1. How to Disconnect from Your Social Surrounding in Half an Hour
2. Heeey...Let's Start a Band!***
3. District Attorneys Are Selling Your Blood
4. Trife Life
5. Fighting Wars with Keyboards
6. Mulder***
7. Thousand Complaints, One Answer
8. If You Want to Blame Us for Something Wrong, Please Abuse This Song!
9. Rinding Dead Horses Is a Fucking Curse
10. Transmetropolitan***
11. And in the Right to Make Mistakes, We May Lose and Start Again
[ *** Anspieltipps ]
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