Cd-Besprechung
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War From A Harlots Mouth sind eine dieser Bands, die vom Aufwachsen in der „Generation Myspace“ stark profitieren konnten. Noch vor dem ersten Full-Length-Release waren die Berliner in aller Munde, ihr Debutalbum „Transmetropolitan“ schlug folgerichtig ein wie eine Bombe. Zum Glück nicht wegen Karogürteln und schwarzen Scheiteln, sondern durch das Erschaffen eines mächtigen Metal/Math/Grind/Whatever-Core-Monuments. Anstrengend, aber sehr, sehr gut. Ausgedehnte Touren taten ihr übriges, um die Erwartungshaltungen an den Nachfolger in die Höhe schnellen zu lassen.
Nun ist er da, heißt „In Shoals“, kommt in Sachen Artwork sehr düster daher, zumindest im Vergleich zum Debut. Man spricht ja immer so gern vom „erwachsen werden“. Das wäre hier allerdings ausgemachter Blödsinn, weil sich die Marschrichtung im Kern nicht geändert hat: Die Musik von WFAHM ist und bleibt von vorne bis hinten wahnsinnig. Der Drummer spielt so gut wie nie einen geraden Rhythmus und verbleibt nur selten länger als 5 Sekunden bei einem Taktfragment. Die Gitarren setzen dazu fröhlich in ein irrwitziges Stakkato ein. Sänger Nico, der auch schon bei The Ocean wüten durfte, beansprucht sein Organ in der gesamten Bandbreite. Heftige Prügeltracks wie „Copyriot“ kommen mit einer Minute Spielzeit aus, um dem am Ende stehenden, neunminütigen Epos „Scully“ nur noch mehr Strahlkraft zu verleihen - vielleicht der beste Song der Platte. Hier nutzen sie eine ihrer größten Stärken aus: nicht viele beherrschen die Kunst, durch kluge, ruhige Parts (hier oft mit leichtem Jazz-Einschlag) derart gekonnt Spannung und Beklemmung aufzubauen.
„In Shoals“ frisst dich auf, verdaut dich langsam, würgt dich wieder hoch und spuckt dich aus als wäre nichts gewesen. Klingt spannend, ist es auch, aber natürlich auch enorm stressig und stellenweise leicht unangenehm. Daran kann auch ein virtuos gespielte Instrumentarium nichts ändern. Wer seinem Gehör aber gerne viel zutraut, wird mit War From A Harlots Mouth in Zukunft noch viel Freude haben.
11 Punkte (von max. 15)
Benedikt Ernst, 23.04.2009
TRACKLIST
1. They Come In Shoals
2. No High Five For C.oward
3. Briefing Security Werewolves On Red Alert
4. Crooks At Your Door ***
5. Justice From The Lips Of The Highest Bidder
6. Copyriot
7. The Certain Nothing
8. Appropriate Tools Required To Intercept And Obstruct Errorism
9. What Happens In The District? (Paper Agents)
10. Stays In The District (I'm The Black Sheep Of Her Country)
11. Scully ***
[ *** Anspieltipps ]
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