Cd-Besprechung
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Oftmals stolpert man bei IN THIS MOMENT über die Beschreibung Metalcore. Das ist natürlich wieder einmal nur für diejenigen hilfreich, die mit dem Begriff etwas anfangen können, mal davon abgesehen, dass diese Schublade nicht mehr ganz ausreichend ist und die Band ziemlich unzureichend beleuchtet. Aber warum es sich so schwierig machen? Auf ihrem neuesten Rundling „The Dream“ ist astreiner Gothic Rock zu hören, der mal alternativ à la EVANESCENCE, mal metallen à la LACUNA COIL daherkommt.
Die Band um die singende Frontfrau Maria Brink und den Gitarristen Christ Howorth wurde 2005 in Los Angeles von den beiden Künstlern ins Leben gerufen. Nachdem die beiden zwischen sich Gemeinsamkeiten entdeckten, begannen sie Songs zu schreiben. Nach und nach stießen der Schlagzeuger Jeff Fabb, Gitarrist Blake Bunzel und schließlich noch Jesse Landry hinzu. Ziemlich schlau war IN THIS MOMENTs Taktik, aufgenommene Demos ins Internet zu stellen. So nämlich erreichten sie recht schnell eine große Fangemeinde. Außerdem schafften es IN THIS MOMENT ihre Touren selbst zu organisieren und erweckten so schnell die Aufmerksamkeit des Plattenlabels Century Media Records, so kam die Band zum weltweiten Plattenvertrag.
Bei „The Dream“ handelt es sich bereits um das zweite Album der Amerikaner. Etwas kantiger ging es 2007 auf ihrem Debutalbum „Beautiful Tragedy“ zu, das der Band eine Fangemeinde überwiegend männlicher Natur bescherte. Bei den Shows, die IN THIS MOMENT in Amerika bestreiten, hat Frontfrau Maria immer öfter damit zu tun, die unsachlichen Zurufe ihrer männlichen Fans zu ignorieren. Immerhin handelt es sich bei Maria nicht um ein Mauerblümchen. Die Mischung „groß, blond, blauäugig, gut aussehend“, scheint die Männerwelt einiges an Benehmen zu kosten. Es kam sogar schon vor, dass Brink die Show abbrach, um einen laut kreischenden Irren aus dem Saal entfernen zu lassen.
Durch „The Dream“ haben die fünf Musiker einiges an Brutalität eingebüßt. Marias Screams, die auf ihrem Debut noch überwogen, wurden abgelöst von ihrer natürlichen Singstimme. Wie Maria findet, ist diese „neue“ Art zu singen die „größere Herausforderung“. Viele sogenannte Nu-Metal Elemente werden verarbeitet, was der Band einen recht glatten Sound verpasst, der ruhig ein paar Kanten mehr hätte haben können. Aber das ist sicher Ansichtsache, schließlich hat Nu-Metal aus Amerika eine beträchtliche Anhängerschar.
So sind „Forever“ und „All For You“ aber doch irgendwie eintönig. Von ersterem kann man sich auf ihrer offiziellen MySpace Seite einen ersten Eindrucken machen. Bei letztem Song hat man allerdings einen Zacken zulegt: wirbelndes Schlagzeug, schöne Gitarrensequenzen und eine wunderbare Maria, die den Song nicht langweilig werden lässt. Herrlich besinnlich startet „The Dream“ mit atmosphärischen, esoterischen Klängen bei „The Rabbit Hole“, die Bilder von unberührten Gebieten Neuseelands oder Griechenlands heraufbeschwören und ruhig etwas länger hätte sein dürfen. „Lost At Sea“ hat seine Höhen und Tiefen, treibende Passagen wechseln sich mit ruhigeren Passagen ab. Eher Nu-mettallen kommt „Her Kiss“ daher, wird dann aber von unheimlich eingängigen Sequenzen abgelöst. Wer schon immer mal eine hübsche Powerfrau bei ordentlichen Screams erleben wollte, sollte bei „The Great Divide“ reinhören. Das Schlagzeug gibt ordentlich Gas und ermutigt Marias Ausraster. Und nicht vergessen, den Mund zwischendurch wieder zu schließen! Aber Maria kann auch ganz anders, „Into The Light“ ist eine wunderschöne Ballade voller Hoffnung in das Gute und das Licht. Marias flehende Stimme wird begleitet von Orchesterklängen und akustischen Klavierklängen. Ebenfalls ruhig geht es bei „The Dream“ zu, welches einen äußerst ruhigen Schlusstrack bildet, den man so gar nicht erwartet hatte. Gothic-metallene Meisterstücke bieten „Mechanical Love“, „Violet Skies“ und „You Always Believed“, eingängige Melodie, brummender Bass, locker-beschwingte Drums, die zwar wenig Abwechslung bringen, so aber zum Ohrwurmcharakter der Songs beitragen.
„The Dream“ fühlt sich für Maria Brink um einiges angenehmer an als der Vorgänger, da sie mit dem Ergebnis und mit der Entwicklung der Band sehr zufrieden ist.
Zusammengefasst hat „The Dream“ einer breiten Fanmasse etwas zu bieten. Ob Rock, Gothic Metal oder Nu Metal, jeder dürfte etwas in seinem Sinne finden. Eine gute Mittelklassescheibe, sowohl musikalisch als auch textlich gesehen, die durchaus ihre feurigen und auch besinnlichen Momente hat.
10 Punkte (von max. 15)
Conny König, 11.10.2008
TRACKLIST
1. The Rabbit Hole***
2. Forever
3. All For You
4. Lost At Sea
5. Mechanical Love
6. Her Kiss
7. Into The Light***
8. You Always Believed
9. The Great Divide***
10. Violet Skies
11. The Dream
[ *** Anspieltipps ]
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