Cd-Besprechung
Leserwertung: 6.0 Punkte
Stimmenzahl: 1
Nach "The Idiots" und "Phantoms Of Future" hat Sir Hannes Smith mit Honigdieb eine neue Möglichkeit gefunden sich auszudrücken und den Menschen mit Musik die Zeit zu versüßen. Mit seiner skurrilen Kombination aus Pop, Ska, Tango, Punk, Klassik und Rock schafft er eine für mich sehr neue und ungewöhnliche Hörerfahrung.
Nach anfänglicher großer Abneigung gegen das Album, habe ich mich überwunden das Geheimnis dieser Musik herauszufinden. Zunächst muss erwähnt werden, dass trotz unterschiedlicher Thematik, die Musik häufig an Mittelalter Rock-Pop erinnert. Die Besetzung aus Gitarre, Schlagzeug, Querflöte, Violine und Kontrabass können hier als Erklärung hinhalten. Sehr interessant, aber eben auch ein sehr klassischer Sound. Außerdem identifiziert sich der Sänger meist mit dem Gegenstand oder mit der Person, über die gerade gesungen wird. Hä? Also bei "Auf der Suche nach dem Glück": "Das Schwein da im Himmel, ja das bin ich..." oder in "Meine Tür": "Meine Tür, die bin ich..." oder "Tag ohne Schatten": "..der da im Spiegel bin ich..."...diese Zitate der einzelnen Songs verraten, wie metapherträchtig diese sind.
Schon die Wahl des Bandnamen beweist, wie viel Hintergrund jedes einzelne gesungene Wort hat, auch wenn es auf den ersten Blick sehr unsinnig erscheint. Honigdieb ist der Name eines afrikanischen Vogels, dessen Verhaltensweisen die Band charakterisiere.
Trotz oder gerade wegen der Naturbezogenheit, die sich durch alle Stücke zieht, kommt es in der zweiten Hälfte des Albums oft zu nicht zu unterschätzenden sexuellen Anspielungen. "Madame", "Lust auf Lust", "Das Tier", "Natürlich!", "Wann machen wir mal wieder Telefonsex" und "Luder" verraten entweder schon durch den Songnamen aber spätestens bei Zitaten, wie "Fick dich ins Knie, Madame", "Wer ficken will muss freundlich sein!", "Schlag mich nicht zu wenig" und "Ich warte auf dich splitternackt" ihren spannungsgeladenen Inhalt.
Wie sich hier schon zeigt muss man auf jeden Fall fünf Blicke auf die Texte werfen und wild drauf los interpretieren, um einen Sinn in der Musik zu sehen, bei der Text und Gesang im Vordergrund stehen. hier zählt, um so öfter gehört, umso besser. Aber auch das hat Grenzen.
So von Zitaten erschlagen und keinen Deut schlauer empfehle ich diese CD nur für experimentierfreudige Menschen, die auch gern mal deutsche Texte hören und zu wenig zu tun haben, denn die Zeit braucht ihr, um die Texte zu deuten.
8 Punkte (von max. 15)
Maja Schwob, 08.05.2003
TRACKLIST
1.Auf der Suche Nach Dem Glück***
2.Meine Tür***
3.Ach Du Süße Kleine
4.Das Tier
5.Tag Ohne Schatten
6.Der Clown
7.Madame
8.Lust Auf Lust
9.König
10.Kannst Du Was
11.Sei Wie Du Bist***
12.Natürlich
13.Wann Machen Wir Mal Wieder Telefonsex
14.Luder
[ *** Anspieltipps ]
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