Cd-Besprechung
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In der kalifornischen Punkszene ist es in den letzten Jahren ein wenig ruhiger geworden. Fat Wreck Chords als Flaggschiff dieser Szene hatte in dieser Zeit mit seinen Signings zwar wie immer ein gutes Händchen (Teenage Bottlerocket, The Loved Ones...), die goldenen Zeiten von Lagwagon, No Use For A Name und nicht zuletzt NOFX wurden damit trotzdem nicht mehr erreicht. American Steel sind möglicherweise die einzige Band, die aus dem großen Schatten der Altvorderen treten könnte. Schon ihr Debut machte mit seinen kraftvollen Punksongs im Popgewand von sich reden, mit "Dear Friends And Gentle Hearts" könnten sie den Status als Geheimtip schon bald überwunden haben.
Rory Henderson ist schon ein begnadeter Melodienschreiber. In der Nische, in der American Steel agieren, finden sich im Moment eigentlich nur The Gaslight Anthem wieder. Große Gefühle, vorgetragen mit rauhbeinigem Charme und in tiefster Inbrunst. Zwischen Liebe, Freundschaft und sentimental-betrunkenem Kneipengegröhle ist immer noch ein Platz frei. Ein Song wie "Finally Alone" schreit im wahrsten Sinne des Wortes danach, den einen Arm um die Schultern des besten Freundes zu legen, mit dem anderen das Bierglas in die Höhe zu recken und in dramatischer Pose den langgezogenen "Oooh-oooooh-ooooooh"-Chorus anzustimmen. Ein angenehmes Maß an Pathos, genau an der richtigen Stelle zwischen Emo und Bubblegum. Die Welt umarmt sich nicht von selbst, dazu braucht man nun mal dicke Gitarren. Selbst einfache Stimmungs-Songs wie "Tear The Place Apart" bekommen durch diese wunderbare Stimme eine Tiefe, von der andere Bands nur träumen können.
Was für ein Brett. "Dear Friends And Gentle Hearts" könnte sich zum absoluten Konsensalbum im Spektrum zwischen Rancid und Jimmy Eat World entwickeln. Sollte das wirklich geschehen, müssten sie sich auch nicht mehr im Vorprogramm von Bands wie den All-American Rejects vor einem Publikum aus minderjährigen Mädchen zum Honk machen. Zu wünschen wäre es ihnen definitiv.
13 Punkte (von max. 15)
Benedikt Ernst, 01.11.2009
TRACKLIST
1. Emergency House Party
2. Tear The Place Apart
3. Safe And Sound ***
4. Your Ass Ain't Laughing Now
5. The Blood Gets Everywhere
6. From Here To Hell
7. Dear Friends And Gentle Hearts
8. Lights Out ***
9. Bergamot
10. Where You Want To Be
11. Finally Alone ***
12. Meals & Entertainment
[ *** Anspieltipps ]
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