Cd-Besprechung

Tristania - Rubicon

Tristania

Rubicon

Napalm Records
  Vö: 27.08.2010

Bewertung:  13 Punkte
Leserwertung:  0.0 Punkte
Stimmenzahl: 0

Wenn man sich auf Tristania einlässt, weiß man, dass man Gothic-Metal bekommt. Mitsamt neuer Powerfrau am Mikro, da Vibke Stene, die die Band über ein Jahrzehnt begleitete nicht mehr dabei ist. Die neue Stimme von Tristania heißt Mariangela „Mary“ Demurtas und verpasst mit ihrer facettenreichen Stimme dem Sound der Norweger eine gehörige Portion Rock! Sehr angenehm das Ganze und eine durchaus gelungene Abwechslung zu den Gothic-Metal Formationen mit Sopranistinnen, die ihr Potenzial nach oben unbedingt ausschöpfen müssen. Mary bringt mindestens genauso viel Hörgenuss! Mit dem Vorwurf, Tristania würden nun einen Schritt in die kommerziellere Richtung machen und Lacuna Coil u.ä. Konkurrenz machen, wäre ich noch vorsichtig. Lacuna Coil sind hiergegen polierte Pop-Gother und dermaßen rundgelutscht, dass sich die wenigstens noch an ihren Kanten stoßen könnten. Tristania hingegen besitzen noch genügend Kanten, um nicht bei MTV zu landen.

An „Rubicon“ scheiden sich, soweit gesehen, die Geister. Was gut ist und dafür spricht, dass Tristania viel Potenzial hat. Die Mängel, die bisher zu lesen waren, beschäftigten sich eher mit der Tatsache, dass es Tristania nicht gelungen ist, dem untergehenden Schiff des Gothic-Metal neuen Wind in die Segel zu treiben.
Sehe ich etwas anders. Tristania bietet äußerst wenige Passagen, die nicht mitreißend sind. Hauptaugenmerk wurde auf ohrwurmige Refrains gelegt, doch auch die Übergänge können häufig begeistern („Exil“). Und auch Balladen wie „Amnesia“ bestichen durch ruhigen Gesang und fast schon wavige Gitarrenklänge, um im Refrain ordentlich Gas zu geben. Die Gesänge sind mal eindringlich, beschwörend („Vulures“), mal anklagend und voller Power „The Passing“, „Exil“ oder auch „Amnesia“.

Auf „Rubicon“ finden sich typische Gothic-Metal Melodien, die sowohl Sängerin Mary, als auch Sänger Kjetil Nordhus bzw. Gastsänger Østen Bergøy sehr passig ergänzen, ohne dabei aber zu sehr im Beauty & The Beast Format vorzugehen. Auch hierin steckt wieder eine gehörige Portion Liebe zum Detail, da Tristania immer Wert auf die ausgearbeiteten Harmonien zwischen den Stimmen und den geteilten Gesangslinien zwischen den Sängern legen, sowohl der Lead- als auch der Backing-Stimme.
Da nur noch relativ wenige wirklich gute female fronted Gothic-Metal Bands übriggeblieben sind, sinkt auch der Konkurrenzdruck etwas. Das wird auf „Rubicon“ auch hörbar. Früher setzten Tristania auf allzu viele ablenkende Spielereien, was sie nun zu Gunsten gradlinigerer Songs abgestreift haben.
Mein Favorit ist „Protection“. Mary kann hier nicht nur mit ihrer Stimme spielen, sie wird gegen Ende noch bestens durch Østens Grunts und knüppelnde Drums ergänzt. Zusammen mit dem gemächlichen ¾ Takt, aber druckvollen Instrumentierung, stellt „Protection“ ein kleines rockendes Gothic-Metal Juwel dar. Ganz ähnliches gilt für den Kracher „Exil“

Fazit: Unbedingt reinhören und vom frischen Charme anstecken lassen!

13 Punkte (von max. 15)

Conny König27.08.2010

TRACKLIST
01. Year Of The Rat
02. Protection ***
03. Patriot Games
04. The Passing
05. Exil ***
06. Sirens
07. Vulture
08. Amnesia ***
09. Megical Fix
10. Illumination
[ *** Anspieltipps ]

Weitere Cd-Besprechungen und Stories
Tristania - Illumination [Cd]

Leserkommentare

Zu dieser Cd-Besprechung wurde noch kein Kommentar geschrieben.

  • Um einen Kommentar zu schreiben, musst du dich einloggen.

BIZARRE RADIO PRÄSENTIERT

Neue Beiträge im FORUM