Cd-Besprechung
Leserwertung: 10.0 Punkte
Stimmenzahl: 4
Die vorliegenden Veröffentlichungen "Alice" und "Blood Money" sind Ergebnisse aus zurückliegenden Projekten. In diesem Fall basieren die beiden Werke von Alt-Rauhbein Tom Waits auf Bühnenstücken. Als Vorlage für "Alice" diente Lewis Carrolls "Alice im Wunderland", das bereits 1992 im Hamburger Thalia Theater seine erfolgreiche Premiere erleben durfte. "Blood Money" geht auf das Theaterstück "Woyzeck" von Georg Büchner zurück, das im Jahre 2000 in Kopenhagens Betty Nansen Theater uraufgeführt wurde. Inszeniert wurden diese Produktionen von Robert Wilson, mit dem der Kalifornier Waits zwecks der Aufnahmen zu der musikalischen Untermalung der beiden Bühnenwerke kollaborierte.
Und wieder einmal serviert uns der Amerikaner hier keine leichte Kost, wie es auch überwiegend der Fall war auf sämtlichen Werken Waits´ in seiner mittlerweile schon 30-jährigen Musik-Karriere: Tiefgründige Texte, die von schmerzhaften Erlebnissen berichten, verwendet in traurigen, teils auch Herz zerreißenden Melodien.
"Alice" fällt dabei düsterer, aber auch melancholischer und verträumter aus. Der Musikstil beider Alben schließt die typische musikalische Bandbreite des Künstlers ein: Jazz-, Folk-, Swing-Elemente sind zu verzeichnen; die gewohnte, durch vergangene "wilde Zeiten" in Mitleidenschaft gezogene rauhe Stimme krächzt in gekanntem Umfang.
Das von seiner Textthematik bedrückendere "Blood Money", das eine negative Weltansicht dokumentiert, setzt mit dem gleichen Musikstil fort und enthält - genau so wie "Alice" - völlig bizarre, abgedrehte Komponenten ("God´s Away On Business"). Die Instrumentierung reicht dabei von einem Piano, Saxophon, Horn oder Cello bis hin zu einer Klarinette, Strohgeige oder der Xylophon ähnlichen Marimba.
Die Stücke wurden komplett von Tom Waits und seiner Frau Kathleen Brennan geschrieben und produziert und bedürfen desweiteren übrigens nicht der Kenntnis der beiden oben erwähnten literarischen Klassiker des 19. Jahrhunderts, da es sich um thematisch eigenständige, abgeschlossene Einzelwerke handelt.
Für Tom Waits-Fans lohnt sich die Investition in das Material jedenfalls. Ob Nichtkenner Gefallen an dem doch recht ungewöhnlichen Charakter der Musik Waits´ finden werden, ist jedoch fraglich.
Weitere Infos findet ihr auf der Internetseite der Plattenfirma oder auf der offiziellen Webseite von Tom Waits
9 Punkte (von max. 15)
Jana Trochta, 05.05.2002
TRACKLIST
01) Misery Is The River Of The World
02) Everything Goes To Hell
03) Coney Island Baby ***
04) All The World Is Green ***
05) God´s Away On Business
06) Another Man´s Vine ***
07) Knife Chase
08) Lullaby ***
09) Starving In The Belly Of A Whale
10) The Part You Throw Away ***
11) Woe
12) Calliope
13) A Good Man Is Hard To Find
[ *** Anspieltipps ]
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