Cd-Besprechung

Timo Tolkki's Avalon - The Land Of New Hope

Timo Tolkki's Avalon

The Land Of New Hope

Frontiers Records
  Vö: 24.05.2013

Bewertung:  13 Punkte
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Nach den wenig rühmlichen Vorgängen rund um Stratovarius vor einigen Jahren, dem damit verbundenen Ausstieg Timo Tolkkis und der anschließenden Gründung seiner neuen Band Revolution Renaissance meldet sich der Ausnahmegitarrist nun mit einem zweiten Eisen im Feuer - dem nach ihm benannten Projekt Timo Tolkki's Avalon - zurück.

Dessen erstes Output "The Land Of New Hope" tritt gegen namhafte Konkurrenz an, da die musikalische Ausrichtung und das Konzept des Albums ziemlich stark an Tobias Sammet's Avantasia erinnern. Offensichtlich scheint da gerade ein kleiner Trend ausgebrochen zu sein, da mir in den letzten sechs Wochen mit "The Land Of New Hope", Avantasias "The Mystery Of Time" sowie Nergards "Memorial For A Wish" gleich drei Alben mit einem relativ ähnlichen Konzept über den Weg gelaufen sind.

Wobei sich die Bemerkung mit dem ähnlichen Konzept auf die musikalische Ausrichtung und nicht auf den thematischen Inhalt der Scheiben bezieht. In letzterer Hinsicht wagt "The Land Of New Hope" einen Blick voraus um rund vierzig Jahre in die Zukunft auf eine von Tsunamis, Erdbeben und Bränden gezeichnete Welt. Hartnäckig hält sich unter den überlebenden Menschen das Gerücht von einem paradiesähnlichen Ort - dem land of new hope. Eine kleine Gruppe macht sich auf, um diesen Ort zu suchen und erfährt, dass dieser von einem Wächer bewacht wird, den man nur reinen Herzens passieren kann. Reiner Fantasie-Stoff also.

Fantastisch ist auch, welche Musiker Tolkki zur Mitarbeit überreden konnte. Insbesondere die Sänger - vertreten sind Unisonic / ex-Helloween-Goldkehlchen Michael Kiske, Symphony X-Stimmwunder Russell Allen, Rob Rock (u.a. Impellitteri) und Tony Kakko (Sonata Arctica) genauso wie Within Temptation-Nymphe Sharon Den Adel und Amaranthe-Shootingstar Elize Ryd - liest sich ein wenig wie das Who-Is-Who des metallischen Sänger-Hochadels. Die Gitarren übernimmt der Meister (Tolkki) natürlich selbst, doch auch die restlichen Positionen sind namhaft besetzt. Bei einer derart geballten Prominenz sollte ja eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Geht es auch nicht, denn Tolkki hat ja immerhin massenhaft Erfahrung als Songwriter, die er hier routiniert ausspielt und dabei zeigt, dass er seit seinem Stratovarius-Abgang nichts verlernt hat. Klar ist natürlich auch, dass Timo Tolkki's Avalon starke Parallelen zu Stratovarius aufweist - wenn auch in einer orchestral aufgepimpten, teils schon an einen Filmscore erinnernden Version. Dabei liegt die Hauptlast des Gesangs bei Elize Ryd. Wer also mit weiblichem Gesang nicht mag, der liegt mit diesem Album wohl falsch. Objektiv betrachtet muss man aber sagen, dass einem mit dieser Einstellung ein ziemlich gutes Album entgeht, dessen Stärke und besonderer Reiz natürlich im Zusammenspiel der unterschiedlichen Sänger/innen liegt und dessen Songs qualitativ homogen ausgefallen sind. Höhepunkte hat das Album viele, z.B. die Aufwärm-Übung "Avalanche Anthem", die mit einem eingängigen Refrain versehenen Tracks "A World Without Us" und "We Will Find A Way" oder die für reinen Frauen-Power-Liebhaber interessanten Songs "Shine" und "The Magic Of The Night". Das epische "I 'll Sing You Home" weckt bei mir starke Assoziationen zu dem Song "Are You The One" vom Tolkki-Soloalbum "Hymn To Life", wohingegen das abschließende majestätisch-monumentale "The Land Of New Hope" einen Herrn Kiske in Bestform zeigt.

Fazit: Ein starkes Tolkki-Album, bei dem zu hoffen ist, dass in absehbarer Zeit ein adäquater nachfolger auf dem Weg gebracht wird.

13 Punkte (von max. 15)

Jürgen 10.05.2013

TRACKLIST
1. Avalanche Anthem
2. A World Without Us (***)
3. Enshrine In My Memory
4. In The Name Of The Rose
5. We Will Find A Way
6. Shine
7. The Magic Of The Night
8. To The Edge Of The Earth
9. I'll Sing You Home (***)
10. The Land Of New Hope (***)
[ *** Anspieltipps ]

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