Cd-Besprechung

The Wildhearts - Chutzpah!

The Wildhearts

Chutzpah!

Backstage Alliance
  Vö: 31.08.2009

Bewertung:  11 Punkte
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Puh, da musste ich erst mal im Wörterbuch nachsehen, denn ein Albumtitel wie “Chutzpah!” läuft einem nicht alle Tage über den Weg. Nach erfolgreicher Recherche weiß ich nun immerhin, dass Chutzpah die englische Übersetzung des Begriffs „Chuzpe“ ist, den Wikipedia wiederum mit einer Mischung aus zielgerichteter, intelligenter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistigkeit definiert. Wer sein Album so tauft, der dürfte zumindest nicht an mangelndem Selbstbewusstsein leiden.

Müssen die Wildhearts auch nicht, denn sie sind mittlerweile seit mehr als 2 Jahrzehnten in der britischen Rockszene aktiv und haben es 1993 mit ihrem Debütalbum „Earth vs“ geschafft, direkt auf Platz 1 der Kerrang!-Charts gewählt zu werden. Außerdem konnte sich das Album beim Kerrang! in den Top20 der besten Alben etablieren. Es folgten diverse Alben- und Single-Veröffentlichungen, die ebenfalls hohe Chart-Platzierungen erreichten. Zudem war die Band in den 90er Jahren hauptsächlich auf Grund ihrer Drogen- und Sexeskapaden quasi Stammgast in der britischen Presse. Hierzulande dürfte der Bekanntheitsgrad der Band allerdings eher gering sein. Auch mir war die band bislang kein Begriff, allerdings hat mich ihr Myspace-Auftritt neugierig auf das neue – mittlerweile neunte - Album gemacht.

Und das hat es in sich! Musikalisch grundsätzlich im Rock zu Hause, verbraten die Wildhearts aber auch Pop-, Metal- und Glam-Elemente. Und klingen dabei verdammt abwechslungsreich. Bereits beim Opener „The Jackson Whites“ braten die Gitarren, was das Zeug hält und präsentieren die Band mit einer gehörigen Portion Arsch in der Hose. Herausragend ist allerdings der melodische und eingängige Gesang, den sich gleich drei der vier Bandmitglieder teilen. Insbesondere bei den Refrains spielen die die Wildhearts ihre ganze Stärke aus und produzieren einen Ohrwurm nach dem anderen. Mit „You Took The Sunshine To New York“ ist zwar auch die obligatorische, weichgespülte Ballade mit an Bord, aber der überwiegende Teil des Materials rockt ordentlich ab.

Kritikpunkte habe ich eigentlich nur zwei: Zum einen den Titelsong „Chutzpah“ selbst. Denn der Track klingt – u.a. auf Grund der „Roboter“-Vocals - ziemlich grausam. Weiteren Punktabzug gibt es für die mit weniger als 40 Minuten ziemlich kurz ausgefallene Spielzeit, die heutigen Anforderungen wohl nicht mehr entspricht.

Trotz dieser Schönheitsfehler überzeugt „Chutzpah“ überwiegend durch seine Ehrlichkeit und Frische und verbindet dabei Groove und Coolness mit Melodie und Eingängigkeit auf überzeugende Art und Weise. Somit sollten Freunde moderner Rockmusik unbedingt mal ein Ohr riskieren, verdient hätte es das Kleinod allemal.

11 Punkte (von max. 15)

Jürgen 13.08.2009

TRACKLIST
01. The Jackson Whites (***)
02. Plastic Jebus
03. The Only One (***)
04. John Of Violence
05. You Are Proof That Not All Women Are Insane
06. Tim Smith
07. Low Energy Vortex
08. You Took The Sunshine From New York
09. Mazel Tov Cocktail (***)
10. Chutzpah
[ *** Anspieltipps ]

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