Cd-Besprechung
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Sind wir mal ehrlich: Alles was so in den Archiven der Rockhistorie schlummert, wird früher oder später veröffentlicht, als rar und exklusiv verpackt und in den Regalen der Discounter platziert. Die Qualität der Aufnahmen bewegt sich dabei von mittelmäßig bis miserabel. Denn Musiker wollen immer das Beste und würden halbgare Demoaufnahmen zu Lebzeiten niemals unters Volk bringen, außer sie brauchen dringend Geld. Ob Pete Townshend und Roger Daltrey die Live-DVD „The Who- Live in Texas 1975“ vor 30 Jahren abgesegnet hätten? Man kann da nur Mutmaßungen anstellen.
Fakt ist, die Aufnahme entspricht in Sachen Kameraführung den damaligen Standards und bleibt selbst dort unter seinen Möglichkeiten. Mit anderen Worten: keine Dynamik, rumpelige Schnitte und psychedelische Wiederholungsschleifen. Ein Augenschmaus ist die Filmaufnahme nicht. Dafür entschädigt der musikalische Output der Band. Allerdings müssen auch hier Abstriche gemacht werden. 1975, elf Jahre nach Bandgründung, schwebten die Superstars The Who im Niemandsland. Ihre Meisterwerke „Tommy“, „Who´s Next“ und „Quadrophonia“ lagen hinter den vier Engländern. Townshend, der ewige Unruhestifter und Revoluzzer, steckte in einer Sinnkrise (damals war er gerade 30 geworden). Dem aktuellen Album 1975 „The Who by Numbers“ fehlte der Esprit der Anfangstage. Townshend, der Hauptsongschreiber, gab sich seinem Selbstmitleid hin.
Der Auftritt in Texas wirkt phasenweise wie auf Sparflamme. The Who kamen von einer anstrengenden Europatour wieder und spielten in den USA eine Art Best-Of-Tour. Gerade mal drei Stücke des neuen Albums finden sich in der Setlist, die sonst mit Hits bestückt wurde. Aber man mag über The Who sagen, was man will, die Jungs haben das gewisse Etwas. Selbst mit nur 70 Prozent entsteht auf der Bühne eine ungemeine Energie. Man möchte nicht wissen, wie The Who 1969 live klangen. Ein Monstrum!
Retter der DVD: Keith Moon. Der extrovertierte Schlagzeuger lockert mit prolligen Ansagen das Set auf und hämmert auf seine Becken wie ein Besessener. Dass sein exzessiver Lebensstil bald darauf seinen Tribut fordern würde, war absehbar, auch auf dieser DVD. Bassist Entwistle gibt dem Set eine arschcoole Ruhe. Noch nicht mal sein kleiner Zeh bewegt sich beim Spielen. Daltrey mag nicht der begnadete Sänger wie Robert Plant, seine blonden Locken und die Fransenweste bügeln aber auch gesangliche Defizite aus.
Alles in allem ein lohnenswertes Zeitdokument.
11 Punkte (von max. 15)
frank fischmann, 08.11.2012
TRACKLIST
01:Substitute
02:I Can't Explain
03:Squeeze Box
04:Baba O'Riley
05:Boris The Spider
06:Drowned
07:However Much I Booze
08:Dreaming From The Waist
09:Behind Blue Eyes
10:Amazing Journey
11:Sparks
12:Acid Queen
13:Fiddle About
14:Pinball Wizard
15:I'm Free
16:Tommy's Holiday Camp
17:We're Not Gonna Take It/See Me, Feel Me/Listening To You
18:Summertime Blues
19:My Generation
20:Join Together
21:Naked Eye
22:Roadrunner
23:Won't Get Fooled Again
24:Magic Bus
25:My Generation Blues
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