Cd-Besprechung

The (Original) Iron Maiden - Maiden Voyage

The (Original) Iron Maiden

Maiden Voyage

Rise Above Relics
  Vö: 27.07.2012

Bewertung:  10 Punkte
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Der Bandname The (Original) Iron Maiden provoziert natürlich aus dem Stand heraus etliche Namedropping-Vorwürfe. Klar, der Verweis auf das britische Metal-Flagschiff um Steve Harris ist ja nicht zu übersehen, auf der anderen Seite aber auch nicht der Hinweis, dass die hier besprochene Band sich tatsächlich als das Original bezeichnet. Und das mit Fug und Recht, denn The (Original) Iron Maiden firmierten ursprünglich (in den Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts) unter dem Namen Burn, benannten sich jedoch 1970 in The Iron Maiden um, weil der ursprüngliche Bandname Promotern und Clubs ein wenig zu offensiv vorkam.

Damit dürfen die Briten also für sich in Anspruch nehmen, bereits Jahre vor Steve Harris & Co. Eine Band namens Iron Maiden am Start zu haben. Gebracht hat es den Jungs allerdings ziemlich wenig, denn das einzige bislang veröffentlichte Lebenszeichen – die Single „Falling / Ned Kelly“ – stammt aus dem Jahr 1970 und markierte seinerzeit auch gleich das Ende der Band. Insoweit war der Bandname also wieder frei für die Harris-Truppe. Doch unverhofft kommt oft und demzufolge erscheint über vierzig Jahre nach dem eigentlichen Ende der Band nun der erste Longplayer „Maiden Voyage“. Und man darf die Frage mal in den Raum stellen, ob es diese Veröffentlichung ohne den Erfolg der „echten“ Iron Maiden überhaupt gegeben hätte, denn der nun gewählte Bandname dürfte doch eine deutliche Steigerung der Verkaufszahlen bewirken. Insofern sind evtl. aufkommende Namedropping-Vorwürfe in meinen Augen also nicht ganz unberechtigt.

In musikalischer Hinsicht haben beide Bands jedoch keinerlei Gemeinsamkeiten. The(Original) Iron Maiden sind deutlich zahmer als ihre Namensvettern unterwegs, was natürlich auch daran liegt, dass der Begriff „Härte“ während der aktiven Phase der Band noch anders belegt war als in heutigen Zeiten. Stilistisch lassen sich The (Original) Iron Maiden somit eher dem Hardrock-als dem Metal-Sektor zuordnen mit einer deutlichen Beeinflussung von damaligen Hardrock-Größen wie Jethro Tull, Fleetwood Mac oder auch Cream.

„Maiden Voyage“ besteht komplett aus Songs, die bereits in den Jahren 1969 / 1970 aufgenommen worden sind, die es aber auf Grund der oben geschilderten Bandhistorie nie über das Demo-Stadium hinaus geschafft haben. Der Grund dafür, wieso die Band nun nach mehr als vierzig Jahren mit dem Material an die Öffentlichkeit geht, ist mir zwar nicht bekannt, aber Fakt ist, dass sich die alten Demotapes nach ihrer Restaurierung soundtechnisch nicht hinter aktuellen Produktionen zu verstecken brauchen.

Die Bewertung der Songs selbst fällt in wenig gemischt aus. Einerseits versprühen sie eine herrlich unbekümmerte Naivität, auf der anderen Seite haben die Jungs ein gewisses Faible für ausufernde Gitarrenparts. Gut, das war ja seinerzeit weit verbreitet, verleiht den auf „Maiden Voyage“ vertretenden Songs aber phasenweise eher den Charakter einer Jamsession.

Wer darauf steht, wird mit „Maiden Voyage“ sicherlich ein paar schöne Stunden verbringen, für mich persönlich sind die Songs aber teilweise ein wenig zu weitschweifend und unfokussiert. Offen bleibt für mich im Übrigen auch die Frage, ob wir es hier mit einem ernsthaften Neustart einer Band zu tun haben und demzufolge auch Alben mit neuem Material geplant sind oder, ob dies der endgültige Schlussstrich unter das Kapital Burn / The Iron Maiden / The (Original) Iron Maiden darstellen soll. Lassen wir uns überraschen.

10 Punkte (von max. 15)

Jürgen 16.07.2012

TRACKLIST
1. God Of Darkness (***)
2. Falling
3. Ned Kelly (***)
4. Liar
5. Ritual
6. CC Rider
7. Plague (***)
8. Ballad Of Martha Kent
[ *** Anspieltipps ]

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