Cd-Besprechung
Leserwertung: 8.3 Punkte
Stimmenzahl: 4
The Raw Countryside ist ein Album zum Dauer-Festhalten und Nie-Wieder-Loslassen. Das stand gleich fest als der erste Ton gespielt, die erste Zeile gesungen und der erste Takt aus dem Lautsprecher erklang.
The Cheeks scheinen mit Harmonien und Melodien nämlich so dick befreundet zu sein, dass aus dem Ersten Hören so schnell ein zweites, drittes und sogar viertes Ins-Ohr-Finden werden kann ohne dass man bemerkt, dass sich die Dauerhörschleife bereits voll in Gang gesetzt hat.
Melodische und harmonische Grundgerüste sind also in breitem Maße vorhanden, was die CD zu etwas Nettem aber nicht zu etwas Unglaublichem macht. Aber schließlich sind da noch die Verzierungen, die sich wie Girlanden auf einer Geburtstagparty, oder (an die Jahreszeit angepasster) Lametta am Weihnachtsbaum herunterschlängelt. Und so machen diese Verzierungen den entscheidenden Funken Ambiente dieser Platte aus: Spielereien im Rhythmus, Spielereien mit dem Musikstil und Spielereien mit einem großen Arrangement von Instrumenten(Glockenspiele, Oboen, Banjos, Mandolinen und Trompeten, um nur einmal einige zu nennen). Und so findet man in Don't Look Back elektronische Elemente und in The Day They Closed The Countryside wunderbare Background-Gesänge, die an die 60er Jahre erinnern. Besonders überragend und ansteckend ist allerdings der Song Honeymoon Hell; ein Stück das mit Kirchenglocken eingeleitet wird und in dem zwischendrin ein wahrlich genialer Umschwung in eine Art arabisches Soundexperiment stattfindet, das gepaart mit einer einprägsamen Melodie und guten Texten ja nur einen Volltreffer beim Hörer landen kann. The Cheeks zeigen auf diesem Album Musik, die so sonnig ist, dass sie hypothetisch nur aus dem Süden kommen kann, obwohl die 3 Wangen eigentlich aus dem Ruhrgebiet kommen. Aber wo es soviel Sonne gibt muss es Schatten geben und so ist dieses helle bunte Allerlei durchaus auch mit kritischen Texten bespickt, wie z.B. the Hideout oder Diggin' For Gold ("Say Hello To The Uniformed Freaks"), die zeigen, dass diese Musik einen Sinn hat. Das hört sich also nicht nur gut an, sondern ist obendrein auch noch intelligent und durchdacht.
Alles in allem ist zu sagen, dass mich Raw Countryside mit ihrer wunderschönen Melancholie, die allerdings nicht schwer im Magen liegt sondern leicht ist, wie eine Feder, begeistert hat. Trotz allem ist es aber keine Musik die man jeden Tag zu hören kriegt sondern sich durchaus dank ihres eigenen Stils heraushebt und Kreativität aufweist. Diese CD lässt mir gar keine andere Wahl.15 Punkte.
15 Punkte (von max. 15)
Julia Rebold, 18.12.2006
TRACKLIST
1. The Day They Closed The Countryside*
2. Honeymoon Hell*
3. High Upon The Rooftop
4. Vivienne Westwood
5. What Goes Up Must Come Down
6. Just A Good Boy
7. Losing My Head
8. Diggin' For Gold*
9. I'm Not Gonna Change
10. California Falling Into The Ocean*
Bonustracks
11. Papermoon
12. Don't Look Back
13. The Hideout
[ *** Anspieltipps ]
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