Cd-Besprechung

Ross The Boss - New Metal Leader

Ross The Boss

New Metal Leader

AFM Records
  Vö: 22.08.2008

Bewertung:  11 Punkte
Leserwertung:  0.0 Punkte
Stimmenzahl: 0

Der Name Ross Friedman, besser bekannt unter dem Namen Ross The Boss dürfte in einschlägigen Kreisen wohl keine nähere Erläuterung mehr benötigen. Immerhin gehörte er zur Anfangsformation von Manowar und zimmerte zusammen mit seinen Bandkollegen die zeitlosen Alben „Battle Hymns“, „Into Glory Ride“, „Hail To England“, „Sign Of The Hammer“, „Fighting The World“ und „Kings Of Metal“ ein, die heute ausnahmslos als Klassiker gelten. Nach seinen Ausstieg bei Manowar spielte Ross in diversen Bands und Projekten, bevor es 2006 zu einem kleinen Gastspiel auf dem Keep It True-Festival kam, bei dem er zusammen mit der Manowar-Coverband „Men Of War“ alte Klassiker zelebrierte. Ursprünglich als einmalige Aktion gedacht, hatte Ross offenbar wieder Blut geleckt und annektierte kurze Zeit später „Men of War“, die fortan unter dem Namen „Ross The Boss“ firmierten. Gemeinsam begab man sich ins Studio und wuchtet nun mit „New Metal Leader“ Debütalbum in die Ladenregale.

Bei dieser Vorgeschichte dürfte vorprogrammiert sein, dass „New Metal Leader“ von Fans mit den frühen Manowar-Großtaten verglichen werden wird. Fair ist das wohl nicht unbedingt, aber zu ändern sein dürfte es wohl auch nicht.

Die zehn Tracks („I.L.H“ ist nur ein kurzes Intro) sind im Grunde zwar recht ordentlich, aber – ich bin ehrlich – irgendwie hatte ich mehr erwartet. Insbesondere gilt das natürlich für die Gitarren-Parts. Ross´ großes Können blitzt zwar immer mal wieder auf wie. z.B. in dem tollen, spanisch angehauchten Ende von „Matador“. Unterm Strich bietet Ross aber eine zwar überdurchschnittliche, aber unter meinen Erwartungen bleibende Kost. Sänger Patrick Fuchs macht seine Sache zwar ebenfalls gut, würde aber im direkten Vergleich mit Manowars Eric Adams nur als zweiter Sieger vom Platz gehen. Patricks Stimme klingt deutlich rauer und dreckiger, die hohen Schreie hat er zwar auch drauf, holt sie aber doch eher selten hervor.

Natürlich begegnen einem immer mal wieder Elemente, die an Manowar erinnern. So könnte z.B. deren „Hail And Kill“ Pate für das Anfangsriff von „I Got The Right“ gestanden haben. „God Of Dying“ hingegen erinnert anfangs ein wenig an „Defender“, später an „The Crown And The Ring (Lament Of The Kings)“. Vergleicht man beide Bands in der heutigen Verfassung, dürften Ross The Boss wohl die Nase vorne haben, aus meiner Sicht sind sie klar mehr Metal als es Joey DeMaio & Co. seit Jahren waren. An Manowars alte Klassiker kommt das Material aber nicht heran.

Ich weiß nicht, wie die Bewertung des Albums ausgefallen wäre, wenn es sich bei „New Metal Leader“ einfach nur um eine unbekannte neue Band gehandelt hätte. Vielleicht bin ich auch mit einer zu hohen Erwartungshaltung an das Album herangegangen. Und sicherlich ist es auch nicht ganz fair, dieses Album mit schier übermächtigen Klassikern zu vergleichen, die man schon seit Jahren schätzt. Und ich will diese Band sicherlich nicht schlecht reden, denn das ist sie nicht. Aber trotzdem, der letzte Pfiff fehlt mir hier einfach. Zum new metal leader fehlt derzeit einfach noch der letzte entscheidende Schritt. Aber was noch nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden.

11 Punkte (von max. 15)

Jürgen 19.08.2008

TRACKLIST
1. ILH
2. Blood Of Knives [***]
3. I Got The Right
4. Death & Glory[***]
5. Plague Of Lies
6. God Of Dying[***]
7. May The Gods Be With You
8. Constantine´s Sword
9. We Will Kill
10. Matador
11. Immortal Son
[ *** Anspieltipps ]

Weitere Cd-Besprechungen und Stories
Ross The Boss - Hailstorm [Cd]

Leserkommentare

Zu dieser Cd-Besprechung wurde noch kein Kommentar geschrieben.

  • Um einen Kommentar zu schreiben, musst du dich einloggen.

BIZARRE RADIO PRÄSENTIERT

Neue Beiträge im FORUM