Cd-Besprechung

Monophox - Intoyou

Monophox

Intoyou

Smd Chilou (Sony)
  Vö: 27.10.2003

Bewertung:  11 Punkte
Leserwertung:  15.0 Punkte
Stimmenzahl: 3

Mal wieder was aus deutschen Landen. In letzter Zeit wieder häufiger. Aber das erhöht ja auch die Quote der positiven Überraschung. Tobi Mecklinger (Gitarre/Gesang), Benni Rademann (Gitarre), Tom Löblein (Bass) und Eric Meyer (Schlagzeug) haben es mit "Monophox" nach etlichen Live-Auftritten, Demos und gewonnenen Wettbewerben nun auch zum Debutalbum "Intoyou" gebracht. Der Erstling verspricht "Indie-Rock", "brachiale Ausbrüche", "Power-Pop", sowie eine ewig leuchtende Sonne. Dies soll zu beweisen sein.

"Indie-Rock":
Da ich auf "Indie" nicht direkt eingehen kann, weil es sich dabei um den Status einer Plattenfirma und deren Veröffentlichungen handelt, muss nun also die Rock-Komponente beachtet werden. Der Definition von Rock wird "Monophox" jedoch gerecht. Laut Lexikon liegt der Vorteil des Rocks in dessen Fähigkeit zum Wandel und der Fortentwicklung. Dies ist zwar geschichtlich gemeint, auf dem Album aber intern umgesetzt. Man kann aus verschiedenen "Blickwinkeln" auf "Monophox" schauen. Ob langsam-melancholoisch "Without A Smile" und "My Present Me", lärmig-melancholisch "Up To You", melodisch-betont "When Coincidences Fail" oder das dazu kontrastiv etwas fröhlichere Liebeslied "Carol-Ann". Zusätzliche Bestätigung bekommt die Beschreibung durch den Abschlusssong des Albums "Not Around", welches sehr experimentell nur mit einer Akkoustik-Gitarre eingespielt wurde.

"Brachiale Ausbrüche":
Tja. Nicht alles was viele Tempowechsel hat kann als "brachialer Ausbruch" bezeichnet werden. Ich vermute, viele Plattenfirmen sind von dieser Floskel so begeistert, dass sie überall eingesetzt wird, wo die Gitarre mal etwas mehr im Vordergrund schrammeln darf und einfach mal den Ton angibt. Zu diesen Songs gehören nach dieser Beschreibung "On My Own" und "The Perfect Someone". Aber "brachial"( gewalttätig) halte ich doch für den falschen Ausdruck, vor allem im Fall von "Monophox".

"Power-Pop":
Ebenfalls eine häufig genutzte Beschreibung für diese Art von Musik. Die Power kann ich nur bestätigen. Die Songs strahlen Kraft aus, ohne Frage. Jeder Song lässt den Hörer spüren, dass "Monophox" hinter dem stehen, was sie fabrizieren. Das ist wichtig, um den Hörer für sich gewinnen zu können.
"Pop: [..] in den 1970er Jahren allgemein als Teil der Rockmusik empfunden, die sich durch einfache, eingängige Formen und Texte auszeichnet, ähnlich dem Schlager." (wissen.de). Nur teilweise kann ich zustimmen. Eingängige Formen und Texte haben "Monophox" sicher, aber das bedeutet nicht, dass sie einfach sind oder dadurch abgewertet werden. Schließlich soll sich Musik heutzutage auch noch verkaufen und für jedes Publikum zugänglich sein. Den Spargat meistern "Monophox" mit "Intoyou" vorbildlich.

"Sonne, die nicht mehr untergehen will":
Naja, manchmal muss eine Übertreibung erlaubt sein.

Soviel also zu Worten und Floskeln, die Musik beschreiben sollen-in diesem Fall von "Intoyou". Es ist nun mal schwierig Musik, die sich aus der Eingeschränktheit der einfachen Sprache entwickelt hat, mit eben dieser charakterisieren zu wollen. Dennoch hat man eine sprachliche Grundlage geschaffen, die wenigstens ansatzweise eine Beschreibung möglich macht, allerdings nicht immer das gleiche Wort für die gleiche Musik. Jedenfalls machen "Monophox" ordentliche Musik, aber um richtig von den Socken zu hauen reicht es leider nicht. Das heißt also, wer sich wirklich sicher sein will, sollte sich selber eine Meinung bilden und reinhören.

11 Punkte (von max. 15)

Maja Schwob25.10.2003

TRACKLIST
1.On my own***
2.Carol-Ann
3.Without a smile
4.Up to you
5.For sale and out
6.The perfect someone
7.When coincidences fail***
8.Once and twice
9.My present me
10.Not aound***
[ *** Anspieltipps ]

Leserkommentare

Zu dieser Cd-Besprechung wurde noch kein Kommentar geschrieben.

  • Um einen Kommentar zu schreiben, musst du dich einloggen.

BIZARRE RADIO PRÄSENTIERT

Neue Beiträge im FORUM