Cd-Besprechung

Illectronic Rock - Angel Suicide

Illectronic Rock

Angel Suicide

Blacksolaris Records / Discomania
  Vö: 08.02.2008

Bewertung:  10 Punkte
Leserwertung:  13.5 Punkte
Stimmenzahl: 2

Mit „Angel Suicide“ ist der aus dem Raum Augsburg stammenden Emo- und Alternative-Rock Formation „Illectronic Rock“ ein kleines Schamkerl für die Fans eben solcher Musik gelungen. Die Band, bestehend aus Sänger Robert Schwarze, Gitarrist Stefan Appel, Bassist Marco Kempf und Drummer Jens Baar, formierte sich erst im Sommer 2005 und hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft die heimische Musikszene im Sturm zu erobern. Geholfen haben dabei mit Sicherheit die extrem ausgeweiteten Promoaktivitäten, die ja im Grunde nicht unbedingt für eine überwältigende Musik sprechen muss. Aber Illectronic Rock haben es bei Liveauftritten und diversen Newcomer-Contests von Anfang an verstanden, dass Publikum für sich zu gewinnen.
Vielleicht liegt es aber auch an dem recht extrovertierten Äußeren und Auftreten der Band, dass es immer genug Gesprächsstoff für die heimische Presse gab.

In Zusammenarbeit mit dem Produzenten Uwe Lulis wurde bereits seit Mitte 2006 am Debütalbum „Angel Suicide“ gearbeitet und gefeilt. Das Album zeichnet sich durch emotionale, dunkel-melodische Rock-Sounds, gepaart mit elektronischen Spielereien, aus. In den Texten werden hauptsächlich die Themen Angst, Wut, Hoffnung, Liebe, Verlust und Wiedersehen verarbeitet. Der Gesang äußert sich dabei teils schreiend, teils emotional und fast weinend. Die Gitarrenparts liefern teils den harten äußeren Rahmen, teils auch nur die Untermalung in den Songs, während die tiefen Basseinsätze in mehr oder weniger allen Stücken hervorstechen. Mit harten Schlägen geben die Drums konsequent den Beat auf „Angel Suicide“ vor. Ganz nett sind auch die Elektro-Einlagen, so dass das ein oder andere Stück einen Touch Manson oder Nine Inch Nails erhält. Aber mit den Originalen können die 4 Bayern noch nicht ganz mithalten.

Hervorzuheben sind auf „Angel Suicide“ ganz klar der Titeltrack, sein wortspielerisches Pendant „Suicide Angel“ und der Track „Twelve“. „Suicide Angel“ ist eine gefühlvolle Emo-Ballade, die zu Beginn mit zarten Klavierklängen und sehnsüchtigem Gesang schnell auf die Gefühlsebene des Hörers zielt. Die später einsetzenden Streicherklänge lassen schnell Wehmut und Sehnsucht aufkommen.
Der Titeltrack „Angel Suicide“ steigert sich schnell zu einem probaten Rocksong mit harten Gitarreneinlagen und Drumbeats. Nach einigen Takten erinnert der Songs sogar ein wenig an aktuelle „Billy Talent“-Werke, was aber der Hörer dann aber wieder schnell verwirft, da Illectronic Rock dann durchaus eine eigene Kreativität erkennen lassen. Nichts massiv ausgefallenes, aber ein dennoch gelungenes Potpourri aus Rockklängen.

Mein Hör-Highlight war dann „Twelve“, da ich da das erste Mal einen Touch elektronischer dunkel-emotionaler Rockmusik wahrnehmen konnte. Sich rasch steigernde, elektronisch abgewandelte Gitarrenriffs paaren sich von Anfang an mit harten Drumbeats, und elektronischen Stimmspielereien. Die Stimme von Frontmann Robert spielt hier abwechselnd mit manisch-depressiven, ängstlichen und wutuntermalten Gesangspassagen. Herrlich.

Im Ganzen ist das Illectronick Rock Debüt „Angel Suicide“ noch kein absolutes musikalisches MUST. Aber ganz zu unterschätzen ist es auch nicht und für ein Erstlingswerk ein wirklich gelungenes Rockalbum, das hier und da noch der ein oder andere Überarbeitung bedarf. Fans traumatisch-depressiver Finnen-Rockmusik und amerikanischen Emo-Rocks dürften aber hier wirklich nicht abgeneigt sein. Reinhören lohnt sich ganz sicher. Für den anspruchsvollen Rockmusik-Fan ist „Angel Suicide“ allerdings eher ein standardisierter Zeitvertreib, wie er derzeit von der Musikindustrie gerne zu Hauf auf den Markt gebracht wird.
Positiv finde ich es jedoch, dass sich bereits eine Newcomerband wie Illectronic Rock dazu entschlossen hat zwei Bonus-Video-Clips mit auf ihr Debüt zu nehmen, von denen eines sogar von einem Live-Gig in Italien stammt. So hat der CD-Inhaber schon vorab die Chance sich von Live-Qualitäten der Band zu überzeugen - die für meinen Geschmack wirklich alles andere als schlecht sind.

10 Punkte (von max. 15)

Kitty N.17.12.2007

TRACKLIST
1. Fear Inside
2. Between Heaven and Here
3. No Superhero
4. Heart and Bonebreaker
5. Brings me down
6. Angel Suicide***
7. K.I.D.S.
8. In Black & Bloom
9. Twelve***
10. Kiss me…
11. …Like I’m Dead
12. Maybe too Dark
13. Overload Feeling
14. Suicide Angel***
Bonus-Video-Clips: Between Heaven and Here & Heart and Bonebreaker (Live in Italy)
[ *** Anspieltipps ]

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