Cd-Besprechung
Leserwertung: 13.0 Punkte
Stimmenzahl: 1
Mit “Black Wave Rising” stellen die finnischen Punkrocker von I Walk The Line ihr nun drittes Album der Öffentlichkeit vor. Gegründet hat sich das Quintett, bestehend aus Sänger und Bassist Ville Rönkkö, den Gitarristen Antti Rönkkö und Jani Koskinen, Drummer Jussi Kenttämaa und Orgel-Virtuosin Anna Pirkola, im Jahre 2003. Sind I Walk The Line hierzulande noch Newcomer, so zählen sie in ihrer Heimat Finnland bereits zu den alten Hasen. Wer beim Bandnamen „I Walk The Line“ an Johnny Cash denkt, der liegt nicht mal falsch, denn die Band hat sich ebenfalls der dunklen und düsteren Musik verschrieben.
Punkrock gepaart mit New Wave und der typischen nordisch-melancholischen Grundstimmung, so lässt sich „Black Wave Rising“ wohl am ehesten beschreiben. Wen wundert es, dass sich Ville Rönkkös markante Stimme binnen kürzester Zeit ins Gedächtnis des Hörers einbrennt. Zu ihrem melodischen Punkrockstyle á la Rocket From The Crypt, The Clash, Murder City Devils oder The Cure kommt bei “Black Wave Rising” noch eine kleine Dosis New Model Army dazu. Die Songs klingen so energiegeladen ohne aber den melodischen Aspekt aus den Augen zu lassen. Die Songtexte verarbeiten die Tiefschläge, die das Leben so mit sich bringt, aber auch Verlustängste und Selbstzweifel kommen dabei nicht zu kurz. Aber wer jetzt meint „Black Wave Rising“ wäre so ein Album, das einen beim Hören runterzieht und in die tiefsten Depressionen stürzt, der hat sich getäuscht.
Der Opener „Trouble Seeker“ startet als eher traditioneller Punkrocksong bei dem die Gitarrenparts von den melodischen Orgelklängen ummalt werden. Bei „Stigmatized“ wird der Hörer das erste Mal in die düstere New Wave Ecke der Platte gezogen. Der mehr oder weniger gleichnamige Titelsong „Black Wave“ reißt einen direkt wieder aus der melancholisch-depressiven Höhle des vorherigen Songs weg und stürzt den Hörer in die Independent Richtung, bei der es aber ordentlich zur Sache geht. Auch wenn es der Titel nicht hergibt, so kann man „Demonic Verses“ durchaus als fröhlichen Tanzsong beschreiben. „Paradise“ startet als guter alter Punkrock-Song, wechselt dann aber zwischenzeitlich ins Independent Genre Marke The Killers o.ä.
Der Wechsel der musikalischen Aspekte zieht sich konstant durch das komplette Album, was daher nicht wirklich unentschlossen daher kommt. Ganz im Gegenteil, „Black Wave Rising“ präsentiert sich so sehr abwechslungsreich und bietet für jede Stimmung den passenden Song, mal abgesehen von einer romantischen Liebesschnulze. Okay, fairerweise muss man dazu sagen, dass das Album damit auch irgendwie an totaler Überzeugungskraft verliert. Dennoch überzeugen die abwechslungsreichen instrumentellen Arrangements und geben den einzelnen Songs damit eine gewisse Identität und retten sie vor der monotonen Eintönigkeit. Typische Hit-Songs wird man dennoch vergebens suchen. Aber vielleicht zieht genau dieser raue, ungestylte Charme des Albums die Hörer an.
Wer seine musikalischen Vorlieben irgendwo im Bereich Independent und Punk sieht, der wird sich am besten postum in den nächsten Plattenladen stürzen und sich „Black Wave Rising“ von I Walk The Line zulegen. Andere sollten da eher vorsichtig dran gehen, denn es könnte sein, dass sie sich in ihrem Genreempfinden leicht verletzt und angegriffen fühlen. Nichts desto trotz lässt sich „Black Wave Rising“ wunderbar für jede Schüler- und Studentenfete missbrauchen und in einem durch hören, der erkennbaren und animierenden musikalischen Freude der Band sei dank.
8 Punkte (von max. 15)
Kitty N., 17.06.2008
TRACKLIST
1. Trouble Seeker
2. Stigmatized***
3. Black Wave
4. Demonic Verses***
5. Paradise***
6. The Metro (BERLIN Coversong)
7. Words Like Knives
8. Way Back Home
9. Fire Be My Guide
10. Monster
11. Just A Number
[ *** Anspieltipps ]
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