Cd-Besprechung

Harm - Demonic Alliance

Harm

Demonic Alliance

Battlegod Productions
  Vö: 15.04.2011

Bewertung:  11 Punkte
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Einen Hang zu Schnellschüssen kann man den Jungs von Harm fürwahr nicht unterstellen, benötigten die Norweger doch geschlagene fünf Jahre, um mit „Demonic Alliance“ den Nachfolger ihres schlichtweg „Devils“ betitelten Debütalbums vorzustellen. Geschuldet ist diese lange Auszeit aber weniger einem gemütlichen Arbeitstempo als dem Umstand, dass sich Band-Mitgründer Steffan Schulze nach dem Ausstieg der gesamten restlichen Mannschaft eines Tages in der Rolle des Einzelkämpfers wiederfand und zunächst einmal ein neues Line-Up zusammenstellen musste, welches er schließlich in Person der beiden Brüder Øyvind und Andreas Vagane fand.

Ich habe zwar keine Ahnung, was die Drei seitdem getrieben haben, aber offenbar haben sie genau das richtige Rezept gefunden. Denn „Demonic Alliance“ verpasst dem bereits vom genialen Cover-Artwork vorgewarnten Hörer von der ersten Sekunde an eine volle Breitseite und klingt in etwa so, wie man sich eine ausgehungerte Gruppe Haie nach einer langen, harten und entbehrungsreichen Zeit angesichts einer blutenden, im Wasser treibenden Beute vorstellt, nämlich völlige Raserei und Blutrausch pur. Harm sind zwar keine Haie, fallen jedoch mit einer ziemlich harten und brutalen Thrash-Metal-Packung ins Haus, bei der das Gaspedal überwiegend durchgetreten und der Hörer mit einem brettharten Riffmassaker geradezu plattgewalzt wird.

Man könnte auch sagen, dass sich das Trio mit Haut und Haaren dem ursprünglichen Geist des Metals verschrieben hat, bei dem Begriffe wie Massenkompatiblität, Angepasstheit oder Kompromissfähigkeit noch vollkommen fehl am Platz waren. Die Zielgruppe dürfte jedenfalls begeistert sein, wenngleich die Songs für mich nach einiger Zeit zu ähnlich klingen und – provokant gesagt – sich eher durch die Samples am Anfang der Songs voneinander unterscheiden. Auch der Sound ist Geschmackssache, für mich persönlich fehlen ein wenig die Höhen, während die Tiefen etwas überbetont sind. Das lässt die Scheibe zwar enorm wuchtig ausfallen, klingt für mich jedoch nicht unbedingt natürlich.

Die knappe, wenngleich für ein Gemetzel dieses Kalibers durchaus vertretbare rd. 35 minütige Spielzeit wird zudem durch eine Bonus-DVD wettgemacht, die auf rd. 20 Minuten mit zwei verschiedenen Versionen des Videoclips des Tracks „Demon“ nebst zugehörigem Making-Of sowie Impressionen von der Aufnahmesession des Albums aufwarten. Alles in allem also noch einmal ein nettes Goodie für diejenigen, die Tonträger noch immer in physischer Form erwerben und ein weiteres Argument dafür, sich „Demonic Alliance“ in den heimischen Plattenschrank zu stellen.

11 Punkte (von max. 15)

Jürgen 27.04.2011

TRACKLIST
CD:
1. Line In Between
2. Demon (***)
3. Eradication Of The Individual
4. Svartsynt
5. Demonic Alliance (***)
6. New Brutal Vitality
7. Random Numbers
8. Bleeding Rust
9. Fuck The Fame

DVD:
1. Demon Video Clip
2. Demon Video Clip Version 2
3. Recording Of Album
4. Making Of Video Clip
5. Pictures
[ *** Anspieltipps ]

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