Cd-Besprechung

Emerald Park - For Tomorrow

Emerald Park

For Tomorrow

Smaragd / afmusic
  Vö: 14.11.2008

Bewertung:  10 Punkte
Leserwertung:  14.5 Punkte
Stimmenzahl: 2

Schon lustig. Meine erste Assoziation zum Wort "Emerald" war der epische Song "Emerald Sword" der Powermetaller Rhapsody, mit dem ich mir vor Jahren im Schulbus immer die Ohren durchzublasen pflegte. Über Musik wie die von Emerald Park hätte ich zu diesem Zeitpunkt noch gelacht - lieblicher Gesang zu kaum verzerrten Gitarrenakkorden, ganz ohne Gröl- oder Moshparts. Zwischenzeitlich hab ich den Kram zu schätzen gelernt und freue mich immer über qualitative Veröffentlichungen aus diesem Bereich. Vor allem über die aus Schweden.

Die Ähnlichkeit zu den Shout Out Louds ist nicht nur auffällig, sie ist oft sogar ziemlich penetrant ("The Commonfield"). Aber was sagt das über die Musik von Emerald Park aus? Dass sie etwas abgedroschen wirkt, natürlich, aber eben auch dass sie ausschließlich aus Melodien besteht, die im Stande sind im Winter dein Zimmer zu wärmen. Mal im schnellen Tanz-Tempo ("Ume"), mal im ruhigen Akustik-Gewand à la Kings Of Convenience über Gefühle sinnierend ("Värnhem"). Manchmal auch zu lange. Doch bevor man großartig über zu stark zelebrierte Gefühlsduseligkeit nachdenken kann, kommt dann schon wieder ein Song wie "A Higher Loss" um die Ecke, bei dem man sich unwillkürlich die Frage stellen muss, woher diese Schweden ihr Gen für Musik haben. Von den Engländern etwa? Genannte Single bedient sich musikalisch jedenfalls arg bei Pulp, während der Gesang wie heutzutage so üblich das Robert-Smith'sche Zittern innehat. Auch der Name Arcade Fire sollte fallen.

Wer so ausgiebig die Popgeschichte abfrühstückt, braucht sich nicht wundern wenn er mit Referenzbands zugeschüttet wird. "For Tomorrow" ist aber letztendlich zu gut geworden um dieser sympathischen Band einen Strick aus ihrer fehlenden Eigenständigkeit zu drehen. Schlussurteil: Emerald Park = Malmö's finest, momentan zumindest.

10 Punkte (von max. 15)

Benedikt Ernst14.11.2008

TRACKLIST
1. Intro
2. The Commonfield
3. Ume
4. A Higher Loss ***
5. Värnhem
6. Istanbul
7. At the Mall ***
8. Open
9. Pasadena
10. Lights of Sunday ***
11. Ambivalence
12. For Tomorrow
[ *** Anspieltipps ]

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