Cd-Besprechung

Der Junge mit der Gitarre - Im Affekt

Der Junge mit der Gitarre

Im Affekt

Content Re (edel)
  Vö: 10.05.2004

Bewertung:  10 Punkte
Leserwertung:  7.5 Punkte
Stimmenzahl: 6

Auf seinen ersten Album war er einfach nur "Dagegen", besang sein Debüt, wollte das Meer sehn und Jamaika hat es ihm wohl angetan. Das ganze besang er in einer Art und Weise, das man sich doch manchmal fragte, was das ganze soll und was er sich bei seinen Texten so gedacht hat und was er damit erreichen will.
Diese ganze Sache liegt jetzt schon 2 Jahre zurück und nun ist "Der Junge mit der Gitarre" wieder am Start, diesmal mit seinem zweiten Werk "Im Affekt". Schon beim Titel fragt man sich was einen diesmal erwartet. Wieder Liebe, Schmerz und Provokation? oder ist der Titel eine Anspielung, das die Lieder auf der Platte "Im Affekt" geschrieben wurde oder ob er damit ein Handlung "Im Affekt" vom Hörer erwartet.

Nach dem Hören der ersten zwei Tracks, hab ich irgendwie das Gefühl als bezieht sich der Titel darauf, was er von manchen Hörern wohl erwartet, denn bei "2 Akkorde" rechnet er ein bisschen mit der Musikindustrie, der Visions und dem Rolling Stone ab. Das aber in einer Art, die einen nicht zu direkt angreift aber zugleich doch etwas provoziert. Aber er hat auch in so manchen Punkt recht, heute reichen wirklich schon zwei Akkorde um in die SPEX zu kommen und die Frage nach der Musikrichtung, die kann einem in manchen Fällen nicht mal mehr die Band selbst beantworten.
Ist der Junge mit der Gitarre mal beim Grand Prix Eurovision aufgetreten oder wollte der das mal? Bei "Nie wieder Grand Prix" kommt es einen schon in den Sinn, dass er das wohl mal wollte und "es war nicht seine Welt". Damit hat er auf jeden Fall Recht, er ist nicht so künstlich wie viele beim Grand Prix.
Beim weiteren Hören erfährt man, dass er ein Einzelgängertyp ist ("Schattenmann") und das er es Schön findet in Heyderode ("Schön... Eine Ode an Heyderode").
Das er auch ernster Themen besingt, zeigt DJMDG bei "Kindergeld" bei dem er uns vor Augen führt, wie die Industrie versucht, die Kinder und deren Eltern zu beeinflussen um so an das Geld zu kommen.
Gefühlt zeigt DJMDG dann bei "Mädchen ... nimm mich mit auf die weite Reise", einer wirklich schönen Ballade, die nicht mit irgendetwas abrechnet oder etwas kritisiert. Das war es mit der Süssholzraspelerei, bei "Casting Show" zeigt er uns auf was die Casting Shows wirklich sind und für was sie wirklich gut sind. Nämlich zum Geld machen "Hier die Casting 0190 die Massen fiebern die Kasse freut sich " und was die Haltbarkeit von solchen Stars betrifft fällt ihm nur ein "Hier ist das Casting die Chance des Lebens doch Persktivee suchtst Du vergebens". Da kann man ihm nur zustimmen.
Der Rest von "Im Affekt" rockt oder popt dann so weiter vor sich hin, bis er mit "Vier Jahreszeiten" und "Das Rauschen" einen wundervoll ruhigen und sanften Abschluss findet.

Im Ganzen ist "Im Affekt" für sich eine gelungene Platte. Nur für alle, die etwas Ähnliches wie "Dagegen" erwartet haben, werden wohl etwas enttäusch, da "Im Affekt" nicht ganz so extreme Text beinhaltet, wie man es von seiner ersten Platte gewohnt war.

10 Punkte (von max. 15)

Michael Moritz16.05.2004

TRACKLIST
01. Du wie ich ***
02. 2 Akkorde ***
03. Nie wieder Grand Prix
04. Schattenmann
05. Schön ... eine Ode an Heyerode
06. Kindergeld
07. Mädchen ... nimm mich mit auf die weite Reise ***
08. Feuer
09. Casting show
10. Ich bin die Waffe
11. Der Lehrer kommt
12. Vier Jahreszeiten ***
13. Das Rauschen ***
[ *** Anspieltipps ]

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