Cd-Besprechung
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The boys are back in town - selten passte dieser Spruch besser als beim Black Star Riders-Debütalbum "All Hell Breaks Loose", da sich hinter diesem Namen keine geringer Band als Thin Lizzy höchstpersönlich verbirgt. Und ursprünglich sollte dieses Album auch unter der Lizzy-Flagge erscheinen. Aber irgendwie fühlte sich sich der Gedanke, knapp drei Jahrzehnte nach dem letzten Lizzy-Studioalbum nun eine neue Studioscheibe ohne den 1986 verstorbenen Bandkopf Phil Lynott einzuspielen, für die Bandmitglieder wohl ein wenig wie Leichenfledderei an. Hinzu kam, dass sowohl Lizzy-Drummer Brian Downey als auch Keyboarder Darren Wharton nicht sonderlich auf den zu erwartenden Tour-Stress waren und sich demzufolge zurückzogen. Also machten die verbliebenden Bandmitglieder gleich Nägel mit Köpfen und wagten den Neustart unter neuem Namen. Zudem holten sie sich ex- Y&T- / Alice Cooper- / Megadeth-Drummer Jimmy DeGrasso an Bord.
Trotz der vorgenommenen Umfirmierung klingt "All Hell Breaks Loose" unzweifelhaft nach Thin Lizzy - wobei der Rahmen enorm weit ist und Reminiszenzen an diverse Lizzy-Scheiben hervorruft wie z.B. an "Black Rose" ("Kingdom Of The Lost") oder Jailbreak ("Bound For Glory"). Diesbezüglich dürften sich Lizzy-Fans also schon einmal ein kleines Freudentränchen aus den Augenwinkeln wischen, zumal das Album grundsätzlich gut und solide ausgefallen ist.
Gut und solide, diese beiden Begriffe sind in diesem Fall allerdings auch etwas abwertend gemeint, denn an die Klasse von Thin Lizzy-Referenzalben wie z.B. "Jailbreak", "Black Rose" oder "Chinatown" kommt die Scheibe nicht ganz heran. Zugegebenerweise mag es nicht sonderlich fair sein, beide Bands miteinander zu vergleichen, zumal sich die Black Star Riders mit ihrer Umbenennung ja explizit auch ein wenig von Lizzy zu distanzieren versuchten. Aber es dürfte wohl nur wenige Lizzy-Fans geben, die genau diesen Vergleich nicht anstellen werden - Umbenennung hin oder her. Was mir persönlich fehlt, sind die ganz großen Hits vom Format eines "Whiskey In The Jar", "Jailbreak", "Dancing In The Moonlight" oder dem eingangs erwähnten "The Boys Are Back In Town". Es ist ein wenig so wie eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit, bei der der Reiseleiter die ganz großen Sehenswürdigkeiten jedoch außen vor lässt. Gut und solide - das passt und ist grundsätzlich positiv, aber eben noch ein Stückchen von einem Hervorragend entfernt. Den ganz großen Wurf sind die Herren somit schuldig geblieben.
11 Punkte (von max. 15)
Jürgen , 11.06.2013
TRACKLIST
1. All Hell Breaks Loose (***)
2. Bound For Glory (***)
3. Kingdom Of The Lost
4. Bloodshot
5. Kissin' The Ground
6. Hey Judas
7. Hoodoo Voodoo
8. Valley Of The Stones
9. Someday Salvation
10. Before The War
11. Blues Ain't So Bad (***)
[ *** Anspieltipps ]
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