Cd-Besprechung

Ben Christophers - Spoonface

Ben Christophers

Spoonface

V2 Records
  Vö: 29.10.2001

Bewertung:  10 Punkte
Leserwertung:  11.0 Punkte
Stimmenzahl: 2

Zwei Jahre nach Erscheinen des Debütalbums "My Beautiful Demon", das vielfach wegen seiner mit Tiefe, Leidenschaft und Überzeugung präsentierten melancholischen Werke Beachtung bei Einzelnen fand, können nun auch wir in den Genuss von Ben Christophers´ Musik kommen - erstes Album ist nicht bei uns erhältlich.

"Spoonface" ist abermals von David Kosten mit produziert worden, der darüber hinaus auf nahezu allen Stücken die Rolle des Keyboarders und Schlagzeugers übernommen hat. Diese Instrumente, lediglich mit einer Gitarre und in seltenen Momenten mit einem Piano oder Samplern komplementiert, bilden den Kern von Christophers´ minimalistischem Instrumenten-Einsatz. Der Engländer aus Wolverhampton setzt damit erneut den Schwerpunkt auf leisere, unter die Haut gehende und dort tief bewegende Töne und besticht mit seiner klaren hellen und streckenweise auch in äußerst hohen Tonlagen vortragenden Stimme. Überzeugend wirkt da etwa das Abschluss-Stück "The Opium Willows", das trotz der bedrückenden Grundstimmung Raum offen lässt für positive Gedanken.

Die erste Single und gleichzeitig das Eröffnungs-Lied "Leaving my Sorrow behind", dessen Veröffentlichung für Anfang 2002 vorgesehen ist, bildet mit der recht schnell eingängigen Melodie einen viel versprechenden Anfang der nur 39 Minuten langen Platte. Dass Christophers´ lyrische Texte schwer erschließbare Themen behandeln, darüber kann hinweg gesehen werden. Hierzu ist nun mal eine intensive Beschäftigung mit den Texten notwendig.

Jedoch wirken einige der insgesamt zehn Stücke auf "Spoonface", sei es vom Tempo oder der Instrumentalisierung, glanzlos. Der hypnotische Titeltrack "Spoonface" z. B. ist meiner Meinung nach etwas zu lang geraten. Ab der Mitte des Liedes stellt man fest, dass dieses nur noch seltsam dahin plätschert und sukzessiv ins Belanglose entgleitet. So geschehen ebenfalls bei dem eher faden, keine Höhepunkte vorzuweisenden "Easter Park". Positiv hervorgehoben können aber neben der erwähnten Single das rhythmische "Hooded Kiss" und das entspannte "Losing Myself" mit seinem einprägsamen, wunderschönen Refrain.

Fakt ist, dass es für dieses Album einiger Zeitinvestition bedarf, um die Schönheiten für sich selbst zu entdecken, denn leicht zugänglich ist "Spoonface" allemal nicht.

10 Punkte (von max. 15)

Jana Trochta11.11.2001

TRACKLIST
01) Leaving my Sorrow behind ***
02) The Stream
03) Falls into View
04) Transatlantic Shooting Stars
05) Hooded Kiss ***
06) Easter Park
07) Songbird scrapes the Sky
08) Spoonface
09) Losing Myself ***
10) The Opium Willows ***
[ *** Anspieltipps ]

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