Cd-Besprechung
Leserwertung: 12.0 Punkte
Stimmenzahl: 1
"The An Albatross Family Album" also. Was wäre ähnlich paradox? Das Motörhead-Indiealbum? Der Rosamunde-Pilcher-Splattermovie? Die Schweinshaxen-Diät? Klartext: An Albatross machen Musik, die im Grunde unhörbar ist. Und das machen sie gut. Zudem sind sie dabei weniger anstrengend als Bands wie zum Beispiel Dillinger Escape Plan, weil sie es tatsächlich schaffen ihren Krawall-Auswüchsen durch exzessives Orgelspiel und an Kinderlieder erinnernde Melodiebögen eine gehörige Portion Humor zu verleihen. Ein weiteres Trademark bisher: Die Songs dauerten selten länger als 30 Sekunden was zu Albenlängen von ca. einer Viertelstunde führte.
Diese Zeiten sind augenscheinlich vorbei. Lediglich zwei Songs bleiben diesmal unter zwei Minuten, der neue, auf CD gebannte Nervenzusammenbruch dauert eine stolze halbe Stunde. Und die ist, wie man eigentlich befürchten könnte, nicht nur mit abstrusem Geblubber gefüllt. Nein, es gibt erstmals Fragmente, die man gemeinhin auch als "Lieder" bezeichnen kann! Nahezu jede Band, die sich vom gewöhnlichen Strophe-Chorus-Strophe-Chorus-Prinzip befreit wird dafür auch gelobt, bei An Albatross freut man sich hingegen wenn überhaupt Zusammenhänge erkannt werden. Es gibt Refrains. Es gibt Gitarrensoli. Es gibt cleanen Gesang. Fans der ersten Stunde brauchen den Verlust des Wahnsinns aber nicht zu fürchten, im Prinzip ist nämlich alles wie gehabt: Die Musik klingt immer noch so, als hätte man eine Punkband, den Gitarristen von Mars Volta und Mambo Kurt besoffen in eine Hüpfburg geworfen, während der zottelige Sänger immer noch den kreischenden Schamanen am Mikro gibt. Möglicherweise singt er in "Neon Guru" von sich selbst, ein passender Titel wäre es definitiv.
Psychedelischer Chaos-Screamo? Spielplatz-Core? Neon-Noise? In erster Linie mal wieder so 'ne Platte, die entweder riesigen Spaß macht oder schon nach 10 Sekunden die interessierten Ohren verloren hat. Kein Album, das immer besser wird. Immer bekloppter vielleicht. "The An Albatross Family Album" kann auf jeden Fall mit dem Hit-Album "We Are The Lazer Viking" locker mithalten, weil die neuentdeckte Eingängigkeit eine Hand voll wahrhaft schöner Songs zu verantworten hat. Und was schreib ich jetzt bitte bei der Punktzahl hin? Eene Meene Miste...
10 Punkte (von max. 15)
Benedikt Ernst, 09.12.2008
TRACKLIST
1. Neon Guru
2. And Now Emerges The Silver Pilgrim
3. The Hymn Of The Angel People
4. The Psychonaut & The Rustbelt
5. Starving On Rabbit Meat
6. A Convivial Feast Of The Peace Beast
7. Floodgates Released
8. The Electric Proletariat Rides A Velvet Chariot
9. 3,000 Light Years By Way Of The Spacehawk
[ *** Anspieltipps ]
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